Es gibt sehr wohl Gruppen von Wirkungen, die sich durch die chemische Struktur von Rauschdrogen ergeben, die sich durch das Schluessel-Schloss Prinzip auf der Neurotransmitterebene im Gehirn des Menschen ergeben. Rauschdrogen lassen sich sowohl nach den "Rauschzustaenden", die sie ausloesen oder nach den Abhaengigkeiten, die sie erzeugen, unterscheiden. Beispielsweise gehoert Alkohol nach den Abhaengigkeitskategorien mit den Barbituraten oder Benzodiazepinen in eine Gruppe.
Alkohol steigert in milden Dosen die Gespraechigkeit.
Im akuten Alkoholrausch kann die Aggressivitaet gesteigert sein, was sich in verstaerkten Wutanfaellen, auch bei nichtigen Anlaessen aeussert. (#69)
Alkoholische Rauschzustaende fuehren in hoeheren Dosen zu Taumeln und einem Gefuehl des "Drehens" im Kopf.
Chronische Magenschaeden koennen durch den Konsum starker Alkoholika, v.a. Schnaepsen und anderen hochprozentigen alkoholischen Getraenken verursacht werden. Dies geschieht durch eine Reizung der Magenschleimhaeute. (#69/136)
Andere typische Folgekrankheiten des Alkoholismus sind: Leberverfettung und Leberzirrhose (Schrumpfleber), Herzverfettung, Herzmuskelentzuedung, Pankreatitis (Bauchspeicheldruesenerkrankung), Nervenentzuendungen, Trigeminusneuralgie, Hirn- und Kleinhirnatropie, u. krankhafte Hautveraenderungen: Es koennen Roetungen der Haut auftreten und die bekannte "Saeufernase", (#69/136) ein etwas abwertender Begriff, ist auch allgemein im "Volks"-mund bekannt und spielt auf diese Tatsache an.
Alkoholembryopathie: Bei Kindern von stark trinkenden, schwangeren Frauen kann es zu bleibenden Missbildungen bei Kindern kommen, die sich in einem spezifischen Aussehen und geistigen Entwicklungsschwaechen aeussern. (Bleuler: "Lehrbuch der Psychiatrie...")
Alkohol kann auch zu Erbrechen fuehren, wodurch Gefahren fuer den Konsumenten durch Ersticken drohen. In diesem Fall muss der Betroffene auf die Seite gelegt werden (Seitenlagerung) und der Mundraum ausgeraeumt werden. Es muss unbedingt aufgepasst werden, dass das Erbrochene nicht in die Luftroehre rutscht. Sollte dies der Fall sein besteht hoechste Lebensgefahr fuer den Betroffenen und es muss sofort ein Arzt/oder die Rettung alarmiert werden, da die Ueberlebenszeit sich sonst in Minuten bemisst! Genauere Informationen geben Kurse die durch Rettungsinstitutionen, Aerzte und sonstiges geschultes Personal vermittelt werden. Solche Erste-Hilfe-Kurse sollten der Allgemeinbildung angehoren und gehoeren bereits in den schulischen Bereich verlegt, wobei uebrigens nicht nur diese Form der Ersten Hilfe gelernt werden sollte.
Alkohol kann eine Ueberdosis, gleich wie bei Heroin, ausloesen, wenn er in zu grossen Dosen eingenommen wird. Alkohol kann damit toedlich sein und ist damit sicherlich eine gefaehrliche Rauschdroge. Alkoholraeusche koennen so stark werden, dass es zu Halluzinationen kommt, welche mit dem Fachwort Korsakow´sches Syndrom heissen. Das sind dann die beruehmten halluzinierten "weissen Maeuse", von denen man im Volksmund bei uns in Tirol spricht. Diese Zustaende koennen angstbesetzt und sehr gefaehrlich sein.
Truegerisch: Alkohol "waermt", aber in Wirklichkeit wird nur "innere" Waerme nach "aussen" abgestrahlt. (frei nach #69)
Subjektive Wirkungsbeschreibungen in Form von kurzen Geschichten koennen entfallen, da die Rauschdroge Alkohol bei uns stark verbreitet ist; (eigen)
ca. 2600 v. Chr. (Verf.): Beamte und Arbeiter bekamen einen Teil ihres Lohnes in Bier ausbezahlt, bekunden alte babylonische Keilschriften. (#69/128)
Dionysos-kult (siehe den geschichtlichen Teil bei Wein, Vitis vinifera);
1809: Die erste amerikanische Antialkoholliga wurde in Saratoga gegruedet. (#69/129)
1826: Die Temperenzler- oder Maessigungsbewegung begann sich unter dem Namen American Temperence Society zu formieren. Fast eine Million Mitglieder erreichte diese Bewegung, die den Alkoholkonsum grundsaetzlich verdammte (auch gelegentliches maessiges Trinken.). (#69/129)
Diese Bewegung fuehrte uebrigens zur Formierung der amerikanischen Alkoholprohibition; (eine Abhandlung zu diesem Thema findet sich auch in C. Klimas Diplomarbeit "Amerikanische Drogenpolitik", Universitaet Innsbruck.)
1839-1844: In Irland erreichte die Abstinenzbewegung Erfolge und sogar ein Zurueckgehen der Morde wurde verzeichnet, (#69/130) was aber auch etwas problematisch ist, vor allem in Zusammenhang mit der schwierigen innenpolitischen Lage Irlands! Ob diese Zahl fuer eine Alkoholprohibition spricht, wage ich mehr als zu bezweifeln. (eigen)
1914-1918: Im I. Weltkrieg wurde Alkohol in Russland verboten. (#69/130)
1919-1931: Finnland schloss sich in jener Zeit der Alkoholprohibition an. (#69/130)
1919-1933: Das Zeitalter der amerikanischen Alkoholprohibition, (#69/130) welches uebrigens auch zu einem Verbot anderer milder und gefaehrlicherer Rauschdrogen fuehrte, dauerte uebrigens nicht sehr lange an. Auf jeden Fall gingen von Amerika eine Reihe von Bewegungen aus, die zur Bildung einer internationalen Drogenpolitik fuehrten, die im Abschluss diverser Vertraege gipfelt. Unter anderem auch der single-convention, die fast von allen Staaten der Erde unterzeichnet wurde; eigenartig vor allem im Zusammenhang mit Cannabis - welches verboten blieb - der Alkohol aber schaedlicher und gefaehrlicher - blieb bis heute in der westlichen Industriegesellschaft legal. (Christof+Andy) Die Alkoholprohibition ist wie viele andere Prohibitionsversuche von Rauschdrogen gescheitert. Vor allem organisierte Verbrecherbanden profitierten, der Alkohol wurde allgemein schaedlicher, die Sekundaerkriminalitaet stieg und die Notwendigkeit einer Vernunftsloesung wurde angestrebt, jedoch nicht bei Cannabis. (#69/129f., Chris, eigen) Alkohol wurde zur Droge Nr. 1 auf dieser Welt, sicherlich durch die industrielle Verbreitung und auch durch die Beguenstigung durch die Monopolisierung durch die single-convention und aehnliche Vertraege; (eigen)
1935: Die Anonymen Alkoholiker wurden von 2 amerikanischen Alkoholikern gegruendet. Diese Organisation arbeitet inzwischen in ueber 70 Laendern. Diese Organisation arbeitet auf der Basis ehemaliger Betroffener, die der Alkoholabhaengigkeit entronnen sind und aus eigenen Erfahrungen den Neuhinzugekommenen helfen. (#69/143f.)
1947: Antabus (Tetryaethylthiuramdisulfid, auch Disulfiram) wurde bereits 1881 entdeckt und erwies sich nach Untersuchungen von daenischen Aerzten geeignet die Alkoholaufnahme zu blockieren, d.h. so unangenehm zu machen, dass der Konsument eine Alkoholaufnahme nicht mehr ertraegt. Doch dieses Mittel ist gefaehrlich, da es bei Aufnahme von Alkohol sogar zum Tod fuehren kann! Und nicht nur das - es eignet sich aufgrund eines Wechselspiels mit einer Reihe anderer Krankheiten kaum fuer einen Einsatz bei der Alkoholismustherapie. Eine genauere Abhandlung findet sich in Kotschenreuthers Werk "Das Reich der Drogen und Gifte...". (#69/136f.)
Typische Entzugsymptome von Alkohol sind:
Zittern, Schlafmangel;