Safrol

Formel aus:
(#17)
Andere Namen:
4- Allyl - 1,2- methylendioxybenzol. (#42)
Vorkommen:
Cinnamomum camphora, Myristica fragrans (Muskatnussbaum), Sassafras albidum, S. officinale;
Wirkungen:
Antiseptische, leicht giftige, diuretische und zentral-erregende Wirkungen (anregend, stimmungsaufhellend, antidepressiv). Wenn Safrol in den Magen gelangt, wird es vermutlich durch Aminisierungsprozesse in verschiedene Amphetaminderivate (z.Bsp.
3,4-Methylendioxyamphetamin; MDMA) umgewandelt, die fuer die psychische Wirkung des Sassafrasoeles verantwortlich sein. (vgl. Muskatnuss) (#32)
Von Safrol wurden im Tierversuch leberschaedigende und krebserregende Wirkungen nachgewiesen. Ratten, die 2 Jahre lang
mit dem Futter groessere Konzentrationen Safrol (5g/kg) erhalten hatten, zeigten neben Verfaerbung und Vergroesserung der Leber sowie anderen Veraenderungen zum Teil benigne und maligne Lebertumoren. Weitere Intoxikationserscheinungen waren
Wachstumshemmungen. Die LD50 von Safrol ist sehr hoch. Sie betraegt fuer die Ratte bei peroraler Aufnahme 1,95g/kg, fuer die Maus 2,35/kg. Der eigentliche carcinogene Wirkstoff duerfte, zumindest bei Tieren, ein beim Abbau des Safrols gebildeter
Acetoxyester (1'-Acetoxysafrol) sein, der zur Alkylierung der DNS in der Lage ist. Inwieweit eine derartige Biotransformation auch beim Menschen stattfindet, ist noch ungeklaert. Wegen der moeglichen toxischen Langzeitwirkung ist fuer Kosmetika und
Riechstoffe, in denen Safrol heute hauptsaechlich Verwendung findet, ein Maximalgehalt von 100ppm Safrol festgelegt. Der Einsatz des Wurzelholzes (Lignum Sassafra) oder seines aetherischen Oels (Oleum Sassafras) als Arzneidroge (Antisepticum, Carminativum)
spielt kaum noch eine Rolle und wird abgelehnt. (#17)