Halluzinogene Tryptamine
Allgemeines:
Bekannte, natuerliche, Vertreter dieser Gruppe sind DMT, 5-Methoxy-DMT,
aber auch Psilocin, Baeocystin und Psilocybin, die Pilzhalluzinogene aus den bekannten
"magic mushrooms" unserer Welt. Es gibt inzwischen auch eine Reihe kuenstlich
erstellter Tryptamine. Es sind dies zum Beispiel DET, CY-19 oder CZ-74, welche
von A. Hofmann, nach der Entdeckung von Psilocybin und Psilocin, synthetisch
dargestellt worden sind. Diese Substanzen wurden uebrigens, nach dem Verbot von
Psilocybin in den Vereinigten Staaten, haeufig für die Psychotherapie eingesetzt.
Die Arbeiten von B. Eisner und S. Grof waren bahnbrechend in der Entwicklung
der psychedelischen und psycholytischen Therapie. Halluzinogene Tryptamine
wurden urspruenglich auch als Schnupfpulver, wo sie aus Virola-Arten
gewonnen werden, oder aus Banisteria-Arten, welche in der trinkbaren Drogenbereitung
ayahuasca eingenommen werden, am Amazonas seit Jahrhunderten
von den dort lebenden Eingeborenen rituell und medizinisch verwendet.
Tryptamine kommen auch im Tierreich vor. So enthaelt Bufo alvarius Girard (Sonoran Desert Toad) 5-Methoxy-DMT in ihrem Venomgift. Andere Kroeten (Bufo americanus, Bufo bufo) enthalten hingegen das nicht halluzinogene Tryptamin Bufotenin.
Struktur:

Formel aus: (#105)
Die Gruppe der halluzinogenen Tryptamine zeichnet sich durch eine substituierte
Tryptaminstruktur aus. Die halluzinogenen Trytamine sind dem endogen
vorkommenden Neurotransmitter Serotonin (5-Hydroxytryptamin) sehr aehnlich,
welcher selber aber
nicht halluzinogen aktiv ist. Erst die Substitution am Benzolring der Indolstruktur und eine bestimmte Gruppe von Alkylresten am Indol ermoeglicht
eine halluzinogene Wirkung. Aber nicht alle substituierten Tryptamine sind
halluzinogen aktiv. Ein gutes Beispiel für eine halluzinogene Wirkungslosigkeit
ist Bufotenin, von dem man lange Zeit angenommen hat, daß es aktiv ist.
Doch das Kroetengift produziert nur einen starken Blutdruckanstieg und unangenehme
Nebenwirkungen.
Eine Auswahl bekannter Tryptamine:
- 1-Methyl-5-Methoxy-DIPT
- 2-Me-DMT
- 4-Acetoxy-DMT
- 4-Hydroxy-5-Methoxy-DMT
- 4-Hydroxy-DIPT
- 4-Hydroxy-MET (4-Hydroxy-N-Ethyl-N-Methyltryptamin)
- 4-Hydroxy-MIPT
- 4-Methoxy-MIPT
- 4,5-Methylen-DIPT
- 5-Methoxy-α-methyltryptamin
- 5-Methoxy-DET
- 5-Methoxy-DIPT
- 5-Methoxy-DMT
- 5-Methoxy-MIPT
- α-Methyl-DET
- 5,6-Methylen-DIPT
- Baeocystin (4-Phosphoryloxy-N-methyltryptamin)
- CY-19
- CZ-74 (4-Hydroxy-DET)
- DBT (Dibutyltryptamin)
- DET (Diethyltryptamin)
- DIPT (Diisopropyltryptamin)
- DMT (Dimethyltryptamin)
- DPT (Dipropyltryptamin)
- EIPT (N-Ethyl-N-Isopropyl-tryptamin)
- α-Ethyltryptamin (Etryptamin)
- IT-290 (α-Methyltryptamin, AMT)
- MBT (N-Butyl-N-Methyltryptamin)
- MIPT (N-Methyl-N-Isopropyltryptamin)
- Psilocin (4-Hydroxy-DMT)
- Psilocybin