Veronal
Andere Namen:
Diethylbarbitursaeure. (#5, #69/172)
Allgemeines:
Diese Verbindung wurde zur Stammsubstanz einer ganzen Gruppe von Schlaffmitteln, den sogenannten Barbituraten, derer es inzwischen schon ueber 1000 gibt. (#69/172)
Spezifikation:
Es ist eine kristallisierte Saeure. (#5);
Geschichte:
1903: Veronal wurde als erstes Schlafmittel auf Barbitursaeurebasis von Joseph von Mering und sein Mitarbeiter Fischer (#13/354, #69/172) synthetisiert. Der Markenname stammt vom Entdecker, der auf einer Erholungsreise nach Italien einschlief und erwachte, als der Schaffner "Verona" rief. In diesem Augenblick nahm der Handelsname Gestalt an.(#13/354, #69/172) Es wurde dann unter dem Markennamen Veronal in den Handel gebracht. (#5)
Wirkungen:
Es ist ein Schlafmittel mit langer Wirkdauer. Kotschenreuther fuehrt weiters an, dass die euphorisierende und animierende Wirkung bei kuerzer wirkenden Barbituraten staerker ausgepraegt ist. (#69/172f.) Deshalb wird dieses Schlafmittel auch als Rauschdroge verwendet. (eigen)
Sucht:
Alle hypnotisch wirkenden Barbitursaeurederivate fuehren zu einer koerperlichen Abhaengigkeit. Es besteht eine starke Aehnlichkeit zu jener Abhaengigkeit von Alkohol, deshalb fassen alle Klassifikationen von Abhaengigkeit (ICD, DSM) Barbiturate mit Alkohol zusammen. (#53/27ff.)
Kotschenreuther fuehrt an, dass typische Merkmale einer Barbituratabhaengigkeit beim Entzug Reizbarkeit, Nervoesitaet, Haendezittern, Stoerungen der Muskelkoordination, Verfall der Reaktions- und Artikulationsfaehigkeit und sogar ein Delirium tremens sind. (#69/172f.)
Die Behandlung der Barbituratabhaengigkeit erfolgt logischerweise gleich wie beim Alkohol. Es soll an dieser Stelle auf die Beschreibungen bei dieser Rauschdroge verwiesen werden. (eigen)
Entgiftung:
Bei Schlafmittelvergiftungen wird grundsaetzlich symptomatisch vorgegangen, d.h. es wird versucht den Einschlafenden wiederzubeleben. Die heutige praktische, westlich orientierte Medizin hat nach einer Information eines Krankenpflegers grundsaetzlich Kategorien geschaffen, nach denen Menschen behandelt werden. Die Medizin analysiert zuerst den Gesamtzustand des Menschen und behandelt dann die Symptome, da ein toxikologisches Gutachten meist zu spaet erstellt werden kann - und wenn keine genauen Daten ueber die eingenomme Substanz vorliegen, dann muss der Arzt nach den Symptomen handeln, auch wenn dies truegerisch sein kann. (usus)